Am 7. April wird weltweit der Weltgesundheitstag begangen – ein Tag, der jedes Jahr daran erinnert, wie wichtig es ist, auf das körperliche und psychische Wohlbefinden zu achten. Auf Initiative der Weltgesundheitsorganisation finden in verschiedenen Ländern Aufklärungsveranstaltungen, Vorträge und öffentliche Initiativen statt, die sich mit Gesundheit und emotionalem Gleichgewicht befassen.
In den letzten Jahren wird der psychischen Gesundheit immer mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Psychologen betonen die Bedeutung des inneren Dialogs – jener Stimme der Zweifel oder Selbstkritik, die oft als „innerer Kritiker“ bezeichnet wird.
Dieses Thema taucht nicht nur in wissenschaftlichen Diskussionen, sondern auch in der Kunst immer häufiger auf.
Genau davon handelt das Theaterstück „Mein innerer Feind“, das derzeit in Aachen für die Aufführung vorbereitet wird.
Das Theater als Mittel, über die innere Welt zu sprechen
Das Stück beschäftigt sich mit Gefühlen, die vielen bekannt sind – Zweifel, Ängste, Selbstkritik und die Suche nach Selbstakzeptanz. Durch die Verbindung von dramatischen und komödiantischen Momenten wird den Zuschauern angeboten, ihren eigenen inneren Dialog aus der Distanz zu betrachten.
Die Inszenierung stammt von der Regisseurin Evgeniia Ivanova, Gründerin des Theaterstudios „Prostir“, Ukrainerin, Frau mit Flüchtlingserfahrung, Mutter von drei Kindern und Autorin: „Dieses Stück handelt von jenem inneren Dialog, den jeder Mensch kennt. Oft kämpfen wir nicht gegen die Welt, sondern gegen unsere eigenen Ängste und Zweifel“, sagt die Regisseurin.
An der Aufführung nehmen Schauspieler der Erwachsenen-Theatergruppe des Studios teil – Menschen, für die das Theater schon vor ihrem Umzug nach Deutschland ein kreatives Hobby war. Für viele von ihnen wurde die Bühne zu einer Möglichkeit, ihrer Leidenschaft nachzugehen und eine neue Gemeinschaft zu finden.
Charaktere, die in jedem von uns leben
Auf der Bühne begegnen die Zuschauer Figuren, die verschiedene Aspekte der inneren Welt des Menschen symbolisieren – Zweifel, Kritik, Angst, das Kind oder das Ego. Mit Humor und dramatischen Momenten zeigt das Stück Situationen innerer Konflikte, die vielen bekannt sind.
Das sagt die Hauptdarstellerin des Stücks Viktoria: "Ich glaube, dass jeder Mensch in diesem Leben Unterstützung und Halt braucht; oft suchen wir diese im Außen. Aber mit der Zeit kommt die Erkenntnis, dass wir selbst die wichtigste Stütze für uns sein müssen. Im Laufe ihres Lebens erfüllt eine Frau viele verschiedene Rollen: in der Familie, bei der Arbeit, in der Gesellschaft. Und in diesem Strom von Pflichten kann man sehr leicht anfangen, an seinem eigenen Wert zu zweifeln.
Ich bin mir sicher, dass sich viele in meiner Figur wiedererkennen werden. Diese Rolle handelt von einem Weg: einem nicht einfachen, manchmal schmerzhaften, aber sehr ehrlichen Weg. Von einem Weg zur inneren Stärke. Ich liebe diese Rolle sehr, auch wenn sie emotional nicht einfach ist. Sie zwingt dazu, tiefer in sich hineinzuschauen, und erinnert einmal mehr daran: Wir sind bei uns selbst, und das ist das Wichtigste"
„Ich spiele Ego in dem Stück“, kommentiert die Schauspielerin Olena, „und für mich ist das ein Teil von mir, der Aufmerksamkeit und Akzeptanz braucht. Je mehr wir solche Seiten von uns selbst verdrängen, desto lauter werden sie.“ Während der Arbeit an der Rolle habe ich verstanden, dass es wichtig ist, nicht gegen sich selbst anzukämpfen, sondern zu lernen, diese inneren Regungen anzunehmen. Wenn man sich erlaubt, sie zu hören, entsteht Ruhe, mehr Ehrlichkeit gegenüber sich selbst und die Möglichkeit, sich besser zu verstehen und inneres Gleichgewicht zu finden.“
Vorstellungstermine : 28. April, 1. Mai, 📍 Ort: Ludwig Forum Space, Aachen
3. Juli, 📍 Aachen, Roter Saal, Barockfabrik
Sprache: Ukrainisch mit deutschen Untertiteln
🎟 Tickets sind bereits
Solche Veranstaltungen schaffen Raum für Kommunikation, kulturellen Austausch und neue Eindrücke. Außerdem ist es eine Gelegenheit, Geschichten und Emotionen auf der Bühne zu erleben, in denen man sich leicht wiedererkennen kann. Es ist auch eine wunderbare Gelegenheit, einen Abend in einer kreativen Atmosphäre zu verbringen, Gleichgesinnte zu treffen, Freunde – darunter auch deutsche – einzuladen und gemeinsam das ukrainische Theater, die Kultur, den Humor und neue Bedeutungen für sich zu entdecken.
Das Thema des inneren Dialogs, der Zweifel und der Selbstakzeptanz bleibt immer aktuell, unabhängig von Land und Zeit. Vielleicht findet gerade während dieser Aufführung jemand eine Antwort auf seine inneren Fragen oder verbringt einfach einen Abend, der in Erinnerung bleibt.
Zusammengestellt von Marina Bets, Fotos aus dem Archiv des Theaterstudios „Prostir"